Ramses - 60 kg Glück und Chaos von Elke Wolf

Ramses – 60 kg Glück und Chaos

Das Lesevergnügen der besonderen Art. Für alle, die Hunde lieben und über deren Eigenheiten, Frechheiten und Sturheiten lachen können.

Ramses nimmt Sie mit in die Welt der Hunde!


 

Autorin Elke Wolf
Preis 12,90 €
Seiten 156
Auflagen 3, 2006, broschiert, A5 (Wird nicht mehr aufgelegt.)
ISBN 978-3-10821-1-1
Download Cover (Druck)

Sie betreiben eine Hundeschule, haben einen Hundeladen bzw. Onlineshop oder sind Tierarzt? Dann haben Sie die Möglichkeit, unsere Bücher zu Wiederverkaufsoptionen mit Rabatt zu beziehen.

Genauere Informationen finden Sie hier.

Rezensionen

Edith Nebel (www.tiergeschichten.de)

Nein, nach dem Tod ihrer beiden Afghanen-Rüden will Elke Hofmann keinen Hund mehr. Nie, nie wieder. Aber man kann ja trotzdem mal unverbindlich in den Tiermarkt der Tageszeitung schauen … nur so zur Information. Tierfreunde wissen, wie das endet. Genau! Wenige Tage später zieht ein wuscheliger kleiner Briard-Welpe bei Elke und ihrem Mann Siegfried ein. „Ramses“ wird das dicke, honigblonde Hundekind mit den Robert-Redford-blauen Augen genannt. Und Elke hat endlich ihr tierisches Chaos wieder, das sie so sehr vermisst hat. Wie Ramses den Haushalt auf den Kopf stellt und was man als Tierfreundin so alles mit anderen Zeitgenossen und ihren vierbeinigen Lieblingen erlebt, das erzählt die Autorin so sympathisch, komisch und unterhaltsam, dass man sich am liebsten eine Dose Premium-Hundefutter und eine gute Flasche Wein schnappen und bei den Hofmanns reinschneien würde – nur, um dabei zu sein, wenn es dort wieder mal so richtig rund geht. Auch wenn der Alltag in dem tierisch-menschlichen Haushalt satirisch überspitzt dargestellt wird, kommt einem als Tierhalter so manche Szene sehr bekannt vor. So ähnlich hat man sich vielleicht selbst auch schon aufgeführt: War skandalös überbesorgt, was die Vierbeiner angeht (Kapitel „Ramses muss fliegen“ und „Ramses hat Verstopfung“) oder resistent wenn nicht gar renitent gegenüber den Weisheiten und Ratschlägen von Experten. Vor allem bei solchen von eigenen Gnaden. (Kapitel „Hundeerziehung“, „Hundespaß“, „Silvia“ und „Der Heiler“). Und wer kennt nicht die Peinlichkeiten, die einem die lieben Pelzmonster bescheren, wenn ausnahmsweise mal Nicht-Tierhalter zu Besuch kommen (Kapitel „Besuch“, „Grillabend“ und „Schamanentreff“)? Und auch dies kennt man aus eigener Erfahrung: Schnell spricht es sich herum unter den Vierbeinern, dass man bei Hofmanns stets freundliche Aufnahme findet, und so bleibt Ramses nicht lange ein Einzelhund. Nach und nach ziehen Findelkatze Paulinchen samt ihren Kindern, die spanische Tierheimhündin Roma und der Tierheimkater Gustav ein. Der „Zirkus Hofmann“ expandiert. Jetzt hätte ich gerne mein Lieblingskapitel vorgestellt, aber ich kann mich nicht entscheiden. Es gibt einfach so viele wunderbar komische Episoden in diesem Buch! Elke Wolf ist eine gute Beobachterin und eine begnadete Lästerschwester, wobei sie sich auch selbst nicht schont. Ich habe nicht die geringsten Zweifel daran, dass die skurrilen Figuren in dem Buch allesamt reale Vorbilder haben. Hoffentlich hat die Autorin die Charaktere hinreichend verfremdet, denn der ein oder andere dürfte sich durch die satirische Darstellung nicht gerade geschmeichelt fühlen. Die militante Walküre vom Agility-Club, zum Beispiel, die Ramses’ Leistungen einfach nicht anerkennen will. Oder Reitlehrerin Sabine, die mit ihrem Sohn Heinerle vielleicht doch eine Spur zu nachsichtig ist. Der Kleine ist immerhin auch schon 25 … Auch die dogmatischen Meinungsterroristen aus diversen Tierforen im Internet und die standesdünkelnden Züchter werden sich Elke Hofmanns Porträts nicht unbedingt hinter den Spiegel stecken. Der Leser jedoch, insbesondere, wenn schon einmal ähnliche Erfahrungen machen durfte, amüsiert sich königlich. Köstlich auch, wenn die Heldin ihren Ramses in einem Anfall grandioser (Selbst-)Überschätzung zur Hundeausstellung oder zum Filmtiercasting anmeldet. Dass diese Unternehmungen mit Schmackes in die Hose gehen, wird dem Leser sehr schnell klar. Dass Elke und Ramses davon herzlich unbeeindruckt bleiben werden ebenso. Eines meiner vielen Lieblingskapitel ist „Der Heiler“. Die kritische Elke mit dem losen Mundwerk lernt über befreundete Hundehalter einen Guru namens Thomas kennen. „Verhaltenstherapeut für Tiere aller Art, Zusatzausbildung als Osteopath sowie Spezialist für Akupunktur und Tierastrologie“ steht auf seiner Visitenkarte. Witze über seine Profession verträgt er gar nicht. Als Elke eine lockere Bemerkung macht, reagiert er verschnupft: „‚Wir sollten die Sache hier ernst nehmen. Es geht um echte Probleme einer Hundeseele, und darüber sollten wir uns nicht lustig machen’, meint er streng und seine Aura gewinnt an Würde und Humorlosigkeit.“ Für einen Moment ist Elke sprachlos, doch das legt sich zum Glück schnell. Schandmaul gegen Scharlatan – da hat der feine Herr Heiler ganz schlechte Karten. Und der Leser hat sein Vergnügen daran. Ich habe mich prächtig amüsiert über die Abenteuer von Ramses und Elke. Und ich möchte das Buch bitte als Film sehen! Ramses könnte sich selber spielen. In der Moviestar-Kartei ist er ja schon …